Lieblingsstücke aufpolstern

Ein Stuhl kann mehr sein als eine Sitzgelegenheit

Was tun, wenn ehemals schöne Sitzmöbel als zerschlissene Einzelstücke ein trauriges Dasein kurz vor dem Sperrmüll fristen? Geben Sie ihnen frischen Pep und eine neue Identität als Hingucker in Ihrer Wohnung! Den Stuhl nur als Gebrauchsgegenstand zu sehen, diese Zeiten sind vorbei. Ob knallige Farben oder Retro-Kreismuster die Sitzgelegenheit ist fester Bestandteil der Wohnungs- gestaltung. Mutig können verschiedene Stuhl-Formen durch den gleichen hochwertigen Bezug zur Sitzgruppe zusammengestellt werden. Die Wirkung ist verblüffend: Die Stühle fügen sich zum stimmigen Ensemble. So kann so manches geerbte oder gefundene Einzelstück vergangener Zeiten allein oder als Teil einer Möbelgruppe zum modernen Einrichtungsstück werden.

Aktuelle Muster-Beispiele

Geben Sie Ihren Erbstücken frischen Chic und Individualität mit modernen Stoffen.

Handgriffe beim Polstern

1) Das Polster etwas größer als die Sitzfläche wählen, Flies und Bezugsstoff mit großzügigem Überhang zur Sitzfläche zuschneiden und nacheinander auflegen.

2) Bezug zusammen mit dem Vlies auf die Rückseite umschlagen. Den Stoff straff ziehen, aber nicht verzerren und mit Nägeln grob auf dem Rahmen festheften.

3) Mit einem Lineal prüfen, ob der Stoff fest und gerade angeheftet wurde. So erkennt man, wo unschöne Wellen im Stoff entstanden sind und kann diese gezielt nacharbeiten. Die Heftnägel müssen entsprechend neu gesetzt werden.

3) Wenn alles wie gewünscht ist, wird festgetackert. Ein gleichmäßiger Abstand zum Rand ist dabei zu empfehlen, da so die Kräfte beim Sitzen gleichmäßig auf den Stoff wirken und keine Stelle überlastet wird und einreißt.

Aus Alt mach Neu(artig)

Wer nun gerne selber Hand anlegen möchte, dem seien ein paar Tipps an die Hand gegeben.

Welcher Stoff ist der richtige?

Bei aller Sympathie für natürliche Stoffe wie Baumwolle oder Leinen – die Polyester- und Polyacrylstoffe sind langlebiger, belastbarer und die Farben lichtbeständiger. Komfortunterschiede sind ebenso nicht wesentlich auszumachen, da alle Stoffe luftdurchlässig sind.

Farbwahl und Muster
Gestaltung ist immer Geschmackssache. Ein Stuhl sollte sich wie jedes Möbelstück in die Wohnung einfügen – sei es in ähnlicher Form als Bestandteil der Gesamtgestaltung oder knallig als Akzent vom anderen abgesetzt. Ansonsten gilt: heller Stoff bei dunklem Stuhlholz und umgekehrt. Beim Muster gilt die Regel: keine großen Muster auf kleinen Stühlen (bis 40 × 40 cm). Bei Velour und Chenille-Stoffen sollte auf die Webrichtung geachtet werden. Merkt man, ähnlich wie bei einem Fell, Widerstand beim Überstreichen mit der Hand, so ist dies die Richtung, in der der Stoff von der vorderen Stuhlkante zur Lehne hin verlegt werden sollte. Entsprechend wirkt das Muster.

Neues Polster?
Für Stuhlpolster sollte man keinen Schaumstoff unter einem Raumgewicht von 35 (also 35 kg / m3) verwenden, selbst wenn der Hersteller eine gute Stauchhärte anbietet. Durch die dünneren Porenwände verliert das Polster eher an Stabilität als fülligere. Ich selber bevorzuge Kaltschäume nicht unter 45 kg / m3. Flies nicht vergessen!
Um lange Freude am Stuhlbezug zu haben, ist es wichtig, zwischen Polster und Bezug ein Polsterflies zu legen, um den Abrieb zu verringern. Der alte Bezugsstoff sollte nicht darunter gelassen werden! Einerseits, um Platz im Rahmen für den neuen Stoff zu haben, andererseits können sonst alte Flecken und Schmutz wieder nach außen dringen.